Ein Stein mit der Aufschrift Zeit

Bei der gestrigen Wanderung in herrlicher Natur, ein paar Stunde noch ehe der Winter wieder zeigte, dass er noch da ist, findet meine Frau am Wegesrand einen Stein mit Bemalung und der Aufschrift Zeit. Ich bin ja zum Fotografieren stets bereit und ein solch Motiv, fand ich, würde ein gutes Foto abgeben und ich könnte ja später ein paar Gedanken darüber niederschreiben.

Heute Morgen, am Sonntag schaue ich mir die Aufnahmen von Gestern an, sehe auch meine Website durch und stoße auf dieses Foto. Sofort habe ich unzählige Gedanken im Kopf und so öffne ich ein leeres Dokument und beginne diese Zeilen zu schreiben.

Ich habe Fragen im Kopf, wie: Hat da jemand „den Stein der Zeit“ verloren? Oder hat jemand bewusst Zeit sozusagen hinterlegt – bereit gestellt für einen Finder? Oder soll dies „ein Stein des Anstoßes“ sein, um sich darüber Gedanken zu machen?  Letzteres hat bei mir, wie man lesen kann „gewirkt“.

Zeit. Darüber habe ich mir, wie sicher jeder schon sehr oft Gedanken gemacht, meistens bei Anlässen, wie Geburtstagen, Todestagen, Jahreswechsel, Feiertagen etc. Besonders oft hat der Begriff Zeit für mich mit Arbeit zu tun: Arbeitszeit z.B., – die ist bei mir flexibel bzw. Kundenbezogen, Termin orientiert, Erfolg orientiert, maximiert, optimiert … Zeit ist Geld, so heißt es in der Arbeitswelt.

Zeit. Freizeit. Das ist die Zeit zwischen den Arbeitszeiten? Urlaubszeit. Das ist die Zeit in der Freizeit, außerhalb der Arbeitszeit. Auszeit. Das ist die Zeit in der man sich Zeit von der Arbeits,- Frei,-Urlaubs,-Zeit nimmt.

So einfach ist die Antwort nicht! Und vor allen Dingen nicht für jeden anwendbar. Darum gibt es ja für uns heutigen Menschen so viele „Helfer“ um mit der Zeit RICHTIG umzugehen. Zeitmanagement ist wichtig! Ratgeber gibt es ohne Ende, zum Lesen, zum Hören, zum Schreiben zum Lernen in einem eigenen Seminar!

Haben wir Menschen das Gefühl der Zeit bzw. für die Zeit verloren?

Mit in unseren Haushalt leben zwei Katzen, schon seit 10 Jahren begleiten sie uns, ganz ohne Kenntnis der Uhr und der Zeit, aber dennoch wissen sie exakt, wann es Zeit fürs Frühstück bzw. Abendessen ist, wann es Zeit für Streicheleinheiten ist, oder Kämmen oder zum Rausgehen und zum Dösen. Manchmal beneide ich die Beiden darum, wie selbstverständlich so ein Tag zeitlich abläuft, ganz ohne Terminkalender und Uhr. Gut, dass kann man nicht vergleichen,- Aber! Das Zeitgefühl von Tieren ist trotzdem faszinierend.

Eigentlich wollte ich gar nicht so weit ausschweifen in meinen Gedanken, wollte bei mit selbst, bei meiner eigenen „Zeit“ bleiben.

Mir persönlich kommt die Zeit kurzweilig vor, ob in der Arbeitszeit oder Freizeit. Für mich vergeht sie viel zu schnell. Das ist ein Gefühl in mir, dass je älter ich werde, immer stärker hervortritt. Zeit. Zeit schenken hört man heute oft. Zeit schenken ist ein super Geschenk, man beschenkt einen Lieben Menschen mit Zeit. Entweder man schenkt ihr oder ihm Zeit, ein Essen, Wellnesstage etc., diese zeit kann sie, er in ihrer, seiner Freizeit dann genießen. Oder man schenkt sich zeit zusammen mit dem lieben Menschen und kann dann seine Freizeit mit der Freizeit von ihm, ihr zusammen z.B. in einer Auszeit genießen. Man schenkt sich selbst also auch noch Zeit.

Es ist kompliziert! Ich komme für mich aber sicherlich zu dem Schluss, dass man Zeit erleben und leben kann, in dieser Zeit, Zeit für sich selbst hat, Zeit für Familie, Zeit für die Zeit.

Mein erstes Buch hat den Buchtitel: Zeit der Sehnsucht. Zeit der Leidenschaft. Zeit der Liebe. Zeit des Lebens

Unbewusst habe ich vor zwei Jahren diese(n) Title gewählt, weil es so ist. Zeit in der Zeit bzw. verschieden Zeiten in der Zeit – in der Lebenszeit. Wieviel Zeit davon Arbeitszeit, Freizeit, geschenkte Zeit etc. ist letztendlich nicht von Belangen. Zeit für Menschen beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod und dazwischen ist die Lebenszeit mit all ihren möglichen „Unterzeiten“. Was bleibt ist ein Bindestrich am Grabstein, gelebt vom:  xx.xx.xxxx – xx.xx.xxxx. © ewald apperle

Bis auch dieser Hinweis bei den meisten nach gewisser Zeit für immer „zeitlos“ wird.

"Zeitstein am Wegesrand"
(C) Ewald Apperle

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