Körper, Seele

Mein Körper hält so einiges aus.  72 Stunden mit nur jeweils einen „normalen“ Frühstück und in diesem Zeitraum mehr als 30 km zu Fuß unterwegs und 260 km mit dem Rad.  Mit so wenig Nahrung kommt mein Körper aus und kann doch ganz schön was leisten, mit diesem Alter und einem Herz, dass lädiert durch einen Hinterwand-Infarkt.

Tränen, weil tief traurig und Erinnerungen so viel und Angst was kommt.  Nein mein Körper braucht keine Nahrung oder nur ganz wenig, nur so viel, wie zum Überleben nötig.

Meine Seele aber hat „Hunger und Durst“, sie schmerzt, sehnt sich nach Nahrung, sie braucht Liebe, sehnt sich nach Wärme, nach Worten und Verständnis, nach Berührung und Zweisamkeit. Nach der Liebsten verzehrt sie sich bei jedem Gedanken und Tun an diese Liebe. Klammert sich wie ein Kletterer an jeden nur erdenklichen Halt und Tritt im Fels. Hinter den Gedanken Abgrund und vorwärts steile Wände, wann bin ich oben? Wann hat das Hoffen und Sehnen ein Ende?

An einer Brücke kam ich heute vorbei, hoch sehr hoch war diese, gleich am Anfang war ein Schild mit den sinngemäßen Worten:  Es gibt immer eine Lösung! Du kannst uns anrufen unter dieser Nummer….  beim Lesen dachte ich sofort an andere Seelen und Herzen mit großen Schmerzen und 100 m Abgrund könnten beenden diese Ausweg- und Hoffnungslosigkeit.

Der Gedanke in mir währte nur ganz kurz, denn ein Leben und sei es noch so „trostlos, ausweglos, verpfuscht, vertan, hoffnungslos“… ein Leben beendet man nicht selbst! Dieses hohe Gut und Privileg auf dieser Erde als Gast Leben zu dürfen, ist für mich als gläubiger Mensch, von Gott gegeben, ist „heilig“. Wenn dieses Leben leiden muss, dann denke ich an unseren Herrn, der für uns gelitten hat, für uns sein Leben, (durch die Hände Anderer), gegeben hat, in seiner Liebe zu uns Menschen. Ich will auch mein Leben geben, mit all dem was das Leben ist: Lieben, Hoffen, Geben und Nehmen Leiden – wenn es so sein soll. Aber ich will niemanden mitnehmen in dieses Leiden und keine Schmerzen zufügen.

Es ist mein Leben, mein Leid, mein Glück.

 Die Zeit ein Leben zu beenden liegt nicht in der Hand eines Menschen, in seiner Macht. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch meine Seele Erfüllung findet, durchaus so asketisch, wie der Körper es kann, in dem sie wohnt.

Wenn etwas verschlossen wird, so wird an einer anderen Stelle wieder etwas geöffnet. Der Schöpfer allein weiß, was   hinter der „Neuen Öffnung“ sich befindet.

© ewald apperle 31. Mai. 2018

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