Schatten

Ich sitze am Ufer eines Sees, die langen Finger von den Schatten der Nacht sind vorerst vorüber. Der Anblick der Deckenleuchte im Zimmer, ist dem Anblick der aufgehenden Sonne gewichen. Der Regen der letzten Tage ist Geschichte, ein wolkenlosen Himmel über mir. In meiner Seele jedoch noch immer das gefräßige, kalte Feuer von Wach,- und Alpträumen brennt. Im meinen Kopf noch Reste von den Schatten der Nacht und noch immer tausend Fragen ohne Antwort. Im Hintergrund Vogelgesang und langsam steigt auch der Lärmpegel, von Menschen mit ihren Verbrennungsmotor- betriebenen Maschinen. Die Sonne hebt sich langsam ab vom Horizont und ihre Strahlen lassen bereits jetzt einen sehr warmen Tag erahnen. Fast schlaflos war die Nacht, habe erlebt und gefühlt wie der gestrige Tag zu Ende ging, das Licht erlosch und der schwarze Mantel der Nacht über die weißen Wände im Raum sich legte.
Finger streckten sich in der Dunkelheit nach mir, drangen tief in mich, in meinen Kopf und meine Brust. Gedanken schwer, voller Zweifel und soviel Fragen. Ach wie gerne hätte ich schlafen wollen, mit einem süßen Traum im Kopf und einem Lächeln im Gesicht. Stattdessen Tränen und den Kopf voll verbitterter Gedanken. Es schien, als wäre alles was schön gut war bis jetzt in meinem Leben verschwunden, unsichtbar, versteckt und dem dunkelsten, schwärzesten Mantel der Nacht. Gedanken an die Arbeit, an Scheitern und Missständen in meinem privaten Bereich, mein eigenes Unvermögen und die unerfüllten Wünsche, Hoffnungen und Träume. Traurigkeit und ein gewisses Maß an Resignation ließen die Nacht mit all ihren Dämonen schier endlos erscheinen. Nun, sie ist vorbei, diese Nacht wie schon soviele andere Nächte vorher. Die Dunkelheit, die Schatten und ihre Finger, sie kommen wieder, sowie ein neuer Tag nach einer weiteren Nacht. Ich bin allein mit meinen Gedanken, der Tag wird jetzt permanent größer und die Nacht kleiner, das Licht lässt die Schatten sich verstecken, so sind auch meine Gedanken und mein Herz nicht mehr so sehr im festen Griff der Schattenhände, bis heute Abend dann, wenn das Licht wiederum der Dunkelheit und den Schatten weicht, dann kommen sie wieder und auch das kalte Feuer, dass meine Seele verbrennt. Der See liegt stumm und ruhig vor mir, an der Oberfläche kräuselt sich ein klein wenig das Wasser. (C) ewald apperle

 

 

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