Nach dem x-ten Entzug und x-ten Rückfall nach dem letzten Entzug

Ich muss den Koffer aus dem Auto holen, weil sie den jetzt unbedingt noch braucht. Zehn Minuten später ich soll ihr Zigaretten holen. Wieso? Eben hat die gesagt, das sie seit Gestern Nachmittag nur eine einzige geraucht hat, (sowie so eine Lüge, ich hab ja aufgeräumt, auch die Kippen immer wieder aufgeräumt), holst du mir Zigaretten? Morgen bin ich bei der Heidi eingeladen, sagt sie, (lässt sich vorher von mir drei Tage lang bekochen und die ganze Wohnung General- Putzen, Katzenscheisse, Katzenpisse, Katzenkotze, Kippen auf dem Teppich, WC usw. Pfui!), plötzlich ist sie nicht mehr da, nach einer 1/2 Stunde kommt sie mit Koffer und Tasche über die Stiege.

Ich trage den Koffer herein, öffne ihn, 4 Fläschchen Magenbitter, eben gekauft!
Ich nehme die Magenbitter, stelle die Fläschchen auf den Schuhkasten im Vorraum, um im Koffer und der Handtasche nach weiteren Alkohol zu suchen, als ich mich umdrehe, sehe ich wie sie eines der Fläschchen öffnet, ein anderes hat sie schon ex- ausgetrunken, dies wäre das zweite! Ich bin schockiert, zornig und ohnmächtig vor Wut, wie ich ausgenutzt und benutzt werde, wie sie mich mit Tränen und sie sei doch so schwach, arm und sie will jetzt keine Scheidung mehr und die ganze Sch….. Ich bin einfach verzweifelt und am Ende!

Ich Sitz im Wohnzimmer, kann nicht anderst! Schreie laut und fang dann an zu weinen, vor Verzweiflung über die ausweglose Situation. Ich bin allein damit, ganz allein und in anderen Augen wahrscheinlich sogar noch der Schuldige, weil sie hat ja eine Krankheit, diese Krankheit …

Was hab ich eigentlich? Mein Herz klopft wie wild, mein Atem schnell, mir ist schlecht, hab mich zu sehr aufregen müssen! Da bin ich natürlich selber Schuld! Ich habe keine Krankheit, damit muss ich fertig werden!

Schon seit Wochen, Tagen, dieser Geruch von Alkohol, das Schlafzimmer stinkt, mir ist übel. Ich frage sie ob sie was getrunken hat. Die Antwort ist immer dieselbe: Ob ich den verrückt sei, ob ich nicht ganz dicht sei.

Ich bin es leid nach der oder den Flaschen zu suchen. Zigarettenrauch, Gestank in der ganzen Wohnung mich ekelt es schon beim Öffnen der Wohnungstür. Ihr Atem, wie Jägermeister und Co. Nein sie hat nichts getrunken, ich spinne doch, müde sei sie ein bisschen, der Tag war anstrengend. Was hat sie gemacht an dem Tag? Radfahren, angeblich die Wohnung geputzt, Lesen. Während ich im Keller und im Büro arbeite, Mustergeräte und Retouren bearbeite, das Firmenauto für die nächsten Tage startklar mache wird ihre Aussprache immer undeutlicher, ihr Atem riecht nach Magenbitter, gemischt mit Zigarettenrauch.

Was ich den habe, fragt sie, weil sie merkt, wie ich meine Nase rümpfe. Ich frage warum trinkst du schon wieder? Sie wird aggressiv, immer dasselbe, schimpft gegen meine Tochter, wie schlecht ich ihre Kinder und wie arm ihre Kin der sind, nein sie sind besser als alles andere und überhaupt. Ich suche jetzt nach dem Alkohol, bin müde kann nichts finden, hab die jahrelange Suche danach auch gründlich satt, sie triumphiert, zündet sich die nächste Zigarette an. Ich arbeite indessen im Büro weiter, kalter Rauch zieht durch die Wohnung. Mir reicht’s, ich gehe ins Schlafzimmer, checke die möglichen Verstecke für den Alkohol, eine Handtasche liegt da, flach und unauffällig, ich schau hinein- ah ja, eine große Flasche Schwedenbitter! der Geruch beim Öffnen der Flasche, ident mit dem Geruch ihres Atems. Die Flasche ist fast leer, ich konfrontiere sie damit, wie immer dieselbe Reaktion: wo kommt die Flasche her? Die ist nicht von mir, sagt sie, habe ich nie getrunken, oder die Flasche ist von „ganz früher“. Mir wird so übel, ich komme mir wie der größte Idiot vor. Jetzt geht sie auf Angriff, Streit wird vom Zaun gebrochen, ich bin Schuld, habe ich doch heute ihrer Meinung nach, eine ihrer Töchter verbal angegriffen, sie als xxx bezeichnet. Was folgt ist wie ein permanentes Dejavue. Ich gehe in den Keller, weine dort, möchte am liebsten schreien. Nach dem ich meine Arbeit beendet habe , umziehen, aufs Motorrad und los, ich muss raus, weg. Nach ein paar Stunden komme ich zurück in die Wohnung, ich rede nichts mit ihr, will meine Ruhe haben, morgen steht ein langer Arbeitstag bevor. Im Wohnzimmer, auf dem Parkettboden, Asche von einer Zigarette, alle Türen sperrangelweit offen, es zieht , Zigaretten Gestank in der ganzen Wohnung, die Terrasse unaufgeräumt, ihre Kleider, der Liegestuhl, die Auflage, alles so, wie es gerade zu liegen kam. Sie liegt im Bett mit Morgenmantel,- wie immer.

Eine Nacht mit wenig Schlaf und unbequem auf der Couch steht bevor, es ist 03:50 während ich dies nieder schreibe. Warum? was für ein Leben, ein 16 Stunden Tag und 800km stehen mir bevor, ich bin müde, sehr müde. © ewald apperle

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