Wofür bin ich da`?

Draußen dämmert es, ein zartes Morgenrot als schöner Kontrast zu den weißen Bergspitzen, ein paar harmlose Wolkenreste vom gestrigen Regentag halten sich noch an den Berghängen und die Vögel konzertieren schon seit einer guten Stunde in den Tag hinein. Es wird noch gut eine Stunde dauern, bis die Sonne über den Bergrücken ihre Sonnenstrahlen Richtung meines Bürofensters schickt. Ich habe ein Schale Kaffee vor mir, die Notebooks sind hochgefahren, E-Mails werden abgerufen und ich bekomm` schon die ersten Erinnerungen für die Aufgaben des heutigen Arbeitstages. Ich habe noch so viel andere Gedanken im Kopf, zur aktuellen Situation mit dieser, für mich unglaublichen und dummen Hysterie und den politischen Handlungen um das Corona Virus, aber auch privat.

Geschlafen habe ich heute nicht besonders gut, wie so oft, wenn Gedanken mich sehr intensiv beschäftigen. Unserer Katze bleibt dies natürlich, nicht unbemerkt, wenn ich nachts mit offenen Augen ins Dunkel starre, sie merkt, es und mit ihrem Miauen zeigt sie mir mit Nachdruck, dass sie auch schon munter ist. Meistens stehe ich auf und füttere sie, manchmal gehe ich dann wieder ins Bett und schlaf noch ein wenig, aber auch, so wie heute, bleib ich auf, mache mir einen Kaffee und fahre das Notebook hoch. Als erstes checke ich mein Handy auf Nachrichten, während der PC hochfährt. Ich schreibe dir dann ein guten Morgen und nette Wünsche für den Tag, lies neueste Nachrichten, während ich am Kaffee nippe und ab und zu zum Fenster raus sehe, so wie jetzt gerade. Das Morgenrot hat sich verändert, ist kräftiger geworden, so wie der Tag auch, es wird zunehmend heller und ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich bereits eine halbe Stunde mit den genannten Tätigkeiten und schreiben verbracht habe. Immer, wenn mein Kopf so voller Gedanken ist und besonders auch dann, wenn mein Herz schmerzt, sei es voller Sehnsucht oder auch aus Kummer, dann habe ich die Angewohnheit zu schreiben. Das Schreiben hilft mir in gewisser Weise, die Situationen zu verarbeiten, einzuordnen, manchmal auch zu verstehen. Fragen, die mich beschäftigen niederzuschreiben, beim Schreiben nach Antworten zu suchen, versuchen Antworten zu finden, zu speichern für später, zum Nachlesen und erneutem Suchen nach Antworten.

Wofür bin ich da? Diese Frage oder ähnliche Formulierungen sind sehr oft in meinem Kopf und beschäftigen mich mehr oder weniger permanent, auch heute bzw, die ganze Nacht über schon schwirren diese Gedanken vor meinem geistigen Auge herum und verlangen nach Antwort. Liebe und Schmerz sind ein Paar, unzertrennlich. Emotionen der Liebe sind so wunderschön, so unbeschreiblich schön, aber manchmal kommt Schmerz hinzu, weil man unbedacht Worte gesagt, Fragen gestellt, die verletzend oder was schrieb, dass unbedacht. Man verletzt das Vertrauen und damit kommt Kummer und Schmerz in die Liebe, beginnt das Nachdenken, tauchen Fragen auf und Zweifel. Die Sehnsucht nagt erbarmungslos, die Liebe, will nur Eins, dies` himmlische Gefühl der Zweisamkeit, ohne der restlichen Welt außen herum, ohne Fragen, bedingungslos und nur der Liebe wegen. Schmerz, Disharmonie und Zweifel haben keinen Platz in einer Liebe und dennoch passiert es manchmal, doch die Liebe kann alles überwinden. Beides habe ich erfahren, im hier und jetzt, bin ich dafür hier?

Als ich noch mit offenen Augen im Bett lag und ins Dunkel starrte kam mir heute dieser Gedanke: Ich bin hier, auf dieser Welt, weil ich der Liebe zwischen meiner Mutter und meinem Vater entsprungen bin. Es war kein rein biologischer Vorgang, aus dem ich entstand, es waren Gefühle dabei, große Gefühle, Liebe, meine Existenz auf der Erde entstand aus Liebe. Diesen Gedanken finde ich besonders schön, er gefällt mir! Aus dem schönsten Gefühl entstanden, das bin ich, wie mir meine Mutter selbst schrieb und dieses Gefühl, die Liebe, die trage ich auch in mir, seit ich lebe und meine Tochter ist genau aus demselben Grund wie ich hier auf dieser Welt.

Ich stelle mir oft Fragen, wie warum bin ich hier, was mache ich auf der Welt oder übers älter werden und vieles mehr. Ich denke darüber nach, schreibe darüber. Ist das Leben eine Art Theaterstück ist, wo man ein Haupt oder Nebenrolle oder den Narren oder den Helden usw. spielt? oder ist es wichtig, etwas zu schaffen?, etwas zu erbauen?, usw., unzählige Betrachtungsweisen und Perspektiven gibt es da, schier endlos die Gedanken zum Denken. Ich bin, weil ich denke? Oder denke ich, weil ich bin? Aber die die nicht denken sind ja auch?! Wie auch immer, zurück zu meiner heutigen Sicht, aus der Betrachtungsweise der Liebe.

Ich lebe, weil ich liebe, weil ich geliebt werde, weil geliebt wurde. Ich spüre, ich lebe, weil es schmerzt, wenn die Liebe verletzt. Ich spüre, ich lebe, weil es wunderbar ist, wenn die Liebe verzeiht. Ich bin da, um das  weiterzugeben, wofür ich da bin: Liebe, verzeihen, leben.

So ist mein persönliches Empfinden, sind meine Gedanken am heutigen Morgen, nach dieser schlaflosen Nacht, mit so vielen Fragen. In meinen Gedanken gerade diese Worte: Bitte verzeih, meine Unbedachtsamkeiten, sei es in der Wahl von Worten, geschrieben oder ausgesprochen, sei es in gestellten Fragen, nie wollte ich Schmerz in die Liebe bringen, nie wollte ich dies himmlische auf Erden verletzen.
Noch ca. fünfundzwanzig Minuten, dann kommt die Sonne hervor, ich mache mir noch einen Kaffee und widme mich jetzt meiner Arbeit. Im Kopf jedoch, wunderschöne Gedanken an die Liebe, an dich. © ewald apperle

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